Freier Deutscher Autorenverband Berlin e.V.
Freier Deutscher Autorenverband Berlin e.V.
Foto: Axel Rösler

Die Leipziger Buchmesse und ihre Dienstleistungen

 

von T. A. Wegberg

 

Alles wird teurer, stöhnen die einen. Der Service wird immer mieser, klagen die anderen. Als Aussteller auf der Leipziger Buchmesse kann man beide Beschwerden wie Mantras herunterbeten und liegt damit immer richtig.

 

Während im Vorjahr Vouchers verteilt wurden, mit denen die Standanbieter kostenlosen Internet-Zugang erhielten, mussten sie in diesem Jahr für dieselbe Leistung täglich 25 Euro bezahlen und trotzdem stundenlange Ausfälle in Kauf nehmen.

 

Das Telefonnetz war auf dem gesamten Messegelände massiv überlastet und die Kommunikation damit unmöglich. „Ich komme zehn Minuten später“ oder „An welchem Stand bist du denn gerade?“ – solche Fragen ließen sich nicht klären, obwohl sie doch gerade im Messetrubel für Gäste und Aussteller, für Verleger und Autoren, für Journalisten und Caterer essenziell sein können.

Foto: Birgit Burkey
Foto: Axel Rösler

Wegen der extrem trockenen Luft in den Hallen hat jeder mit denselben Problemen zu kämpfen: Durst, brennende Augen, raue Hände und vor allem schmerzhaft trockene, rissige Lippen! Als Standbetreuer mussten wir zudem fast pausenlos Gespräche führen, sei es bei den Radio-Interviews, am Glücksrad oder zur Beratung von Interessenten, die der Dehydrierung weiter Vorschub leisteten. Zum Glück hatten wir für einen ausreichenden Vorrat an Mineralwasser gesorgt. Bei einem Preis von 3,50 Euro für einen halben Liter Wasser an den offiziellen Messe-Getränkeständen wäre sonst nach vier Messetagen nicht viel im Portemonnaie übrig geblieben.

 

Vom Essen wollen wir lieber gar nicht erst reden. 4 Euro für eine schlichte Tüte Pommes oder 3,50 Euro für einen fingerdicken Hot Dog Marke Chihuahua wirken nachhaltiger als jeder verschreibungspflichtige Appetitzügler. Wer weiß, vielleicht gibt es im nächsten Jahr Einlasskontrollen für die Aussteller, damit sie keine eigenen Lebensmittel einschmuggeln und damit das Geschäft kaputtmachen können?

Entmutigend verlief auch mein Versuch, auf der BUCHmesse zwei Bücher zu bestellen, die ich für den FDA-Stand benötigte. Nachdem ich in der Messebuchhandlung (ja, so heißt sie, warum auch immer) von einer ahnungslosen Praktikantin zur nächsten geschickt worden war, landete ich endlich bei einem der fünf beteiligten Leipziger Buchhändler, der mein Ansinnen gleich kategorisch ablehnte: „Nee, so was machen wir hier nicht.“ Es kostete mich viel Zeit und Überredungskunst, bis er die Bücher wenigstens für sein Geschäft in Mockau orderte, wo ich sie dann am nächsten Tag persönlich abholen konnte.

Foto: Axel Rösler

Im Vorjahr hatten wir erfahren, dass wir Hintergrundbilder für unsere Veranstaltungen auf einem Datenstick mitbringen müssen. So wird dann während der Lesung oder Diskussion großformatig an die Wand projiziert, wer wir sind und um was es geht. Das ist sinnvoll und erfordert nicht viel Aufwand. Leider hatte niemand daran gedacht, uns eine Änderung dieser Voraussetzungen mitzuteilen: Diesmal hätten wir für denselben Zweck einen Laptop mitbringen müssen.

 

Wer nun meint, dass man auf der Buchmesse den Servicegedanken wohl endgültig in die Tonne hauen kann, der sei gewarnt: Es gibt nur noch einen Satz Mülltüten umsonst. Jeder weitere kostet 14,95 Euro.

Hier finden Sie weitere ausführliche Informationen zur Leipziger Buchmesse 2014:

Neuer Vorstand gewählt

Auf seiner Mitgliederversammlung am 6. Mai 2017 hat der Freie Deutsche Autorenverband Berlin e.V. (FDA) Jordan T. A. Wegberg zum neuen ersten Vorsitzenden gewählt. Wegberg (Mitte) ist freier Autor, Übersetzer und Literaturdozent und trat dem Verband 2009 bei, 2013 wurde er stellvertretender Vorsitzender.

 

Ebenfalls zum neuen Vorstand gehören die freie Autorin Astrid Müller (stellvertretende Vorsitzende, links) und die Medienproduzentin und Publizistin Katja Mischke (Schatzmeisterin, rechts). Wegberg zu seiner Wahl: „Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dem neuen Vorstand sowie den drei Beisitzern den FDA noch stärker mit der Berliner Literaturszene zu vernetzen und die Anliegen von Autorinnen und Autoren voranzutreiben.“

 

Seit 1985 vertritt der Berliner Verein die Interessen von Schreibenden, unter anderem durch Lesungen, Kongresse, Workshops, Fachvorträge und Anthologien. Er unterstützt Autoren bei der Veröffentlichung ihrer Werke und berät sie bei der Suche nach einem geeigneten Verlag.

 

Im vierwöchigen Turnus treffen sich die rund sechzig Berliner Mitglieder zu Vereinssitzungen. Zusätzlich bietet der Verband eine monatliche Textwerkstatt an. Im Mittelpunkt der Vereinsarbeit stehen die Literatur und der Prozess des Schreibens. In den Verein werden Autor(inn)en aufgenommen, die ihre schriftstellerischen Qualitäten bei einer Antrittslesung unter Beweis stellen. 

Autorenkongress Birkenwerder 2017

Oliver Guntner vom FDA Thüringen hat einen ausführlichen Bericht über unseren Autorenkongress 2017 verfasst und mit Fotos zu einer lebendigen Erinnerung ergänzt. Herzlichen Dank dafür! 

FDA - der Film!

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